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Umzug PKF Berlin

Country-by-Country-Reporting

Gesetzentwurf zu neuen steuerlichen Berichtspflichten multinationaler Unternehmen - sogenanntes "Country-by-Country-Reporting"

Am 31.05.2016 hat das Bundesministerium der Finanzen den Referentenentwurf veröffentlicht, nach welchem die inländische Obergesellschaft eines Konzerns erstmalig für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31.12.2015 beginnen, einen länderbezogenen Bericht mit diversen, nach Steuerhoheitsgebieten gegliederten Einzelangaben aufzustellen und spätestens ein Jahr nach Ende des Wirtschaftsjahres nach amtlich vorgeschriebenen Datensatz elektronisch an das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) zu übermitteln hat (sog. "Country-by-Country-Reporting").

Diese Verpflichtung soll Konzerne mit ausländischen, in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen oder ausländischen Betriebsstätten betreffen, wenn die im Konzernabschluss ausgewiesenen konsolidierten Umsatzerlöse mindestens 750 Mio. EUR betragen.

Im Einzelnen soll das Country-by-Country-Reporting neben einer nach Steuerhoheitsgebieten gegliederten Auflistung aller einbezogenen Unternehmen und Betriebsstätten mindestens die folgenden, je nach Ländern gegliederten Übersichten enthalten:

◾ die Umsatzerlöse und sonstige Erträge
◾ im Wirtschaftsjahr gezahlte Ertragsteuern
◾ im Wirtschaftsjahr für dieses Wirtschaftsjahr gezahlte und zurückgestellte  Ertragsteuern
◾ das Jahresergebnis vor Ertragsteuern
◾ das Eigenkapital
◾ den einbehaltenen Gewinn
◾ die Zahl der Beschäftigten
◾ die materiellen Vermögenswerte

Das BZSt soll dann auf Grundlage völkerrechtlicher Vereinbarungen diese länderbezogenen Berichte an die jeweiligen ausländischen Finanzbehörden übermitteln und umgekehrt länderbezogene Berichte für Konzerne mit ausländischer Obergesellschaft und inländischen Konzernunternehmen bzw. Betriebsstätten von den jeweiligen ausländischen Finanzbehörden erhalten. Für den Fall, dass das BZSt keinen solchen länderbezogenen Bericht aus dem Ausland erhält, soll ergänzend für nach dem 31.12.2016 beginnende Wirtschaftsjahre jede inländische einbezogene Konzerngesellschaft eines Konzerns mit einer ausländischen Obergesellschaft zur Beschaffung und Übermittlung eines solchen Berichts, hilfsweise zur Übermittlung aller vorhandenen bzw. beschaffbaren Angaben verpflichtet sein.

Wenngleich bis zur Verabschiedung des Gesetzes sicher noch einige Zeit ins Land gehen wird, regen wir doch an, dass Sie sich bereits heute mit dieser Thematik befassen, da die Erfassung und Aufbereitung dieser Daten ggf. bereits für das laufende Wirtschaftsjahr sichergestellt werden muss. Zudem ist damit zu rechnen, dass die Zunahme des internationalen Austausches von länderbezogenen Kennzahlen in den einzelnen Staaten fiskalische Begehrlichkeiten wecken könnte. Vor diesem Hintergrund sollten Sie etwa überlegen, inwieweit Sie gestalterisch die evtl. Verpflichtung zur Aufstellung eines Länderberichts vermeiden können. Ebenso sollten Sie aber auch auf Ihre steuerliche Aufstellung im internationalen Konzernverbund überdenken und dabei u.a. Ihre generelle Konzern-Geschäftsstrategie wie auch Ihre steuerliche Gewinnabgrenzungs- bzw. Verrechnungspreispolitik einer Überprüfung auf evtl. Risiken unterziehen.

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