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Schifffahrt

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Neuerungen zur Umsatzbesteuerung in der Seeschifffahrt

Lieferungen und sonstige Leistungen für die Seeschifffahrt, welche in Deutschland bewirkt werden, sind größtenteils umsatzsteuerfrei (§ 4 Nr. 2. § 8 UStG, Abschnitt 8.1 UStAE). Es handelt sich dabei insbesondere um folgende für die Handelsschifffahrt bedeutende Umsätze:

  • Lieferungen, Umbauten, Instandsetzungen, Wartungen, Vercharterungen und Vermietungen von Wasserfahrzeugen für die Seeschifffahrt, die dem Erwerb durch die Seeschifffahrt zu dienen bestimmt sind
  • Lieferungen, Instandsetzungen, Wartungen und Vermietungen von Gegenständen, die zur Ausrüstung von Wasserfahrzeugen in der Seeschifffahrt bestimmt sind
  • andere sonstige Leistungen, die für den unmittelbaren Bedarf der Wasserfahrzeuge in der Seeschifffahrt, einschließlich ihrer Ausrüstungsgegenstände und ihrer Ladung, bestimmt sind
     

Nach früherer Auffassung der Finanzverwaltung war die Steuerbefreiung für Umsätze in der Seeschifffahrt davon abhängig, ob die Lieferungen und sonstigen Leistungen unmittelbar an die Betreiber eines Seeschiffes bewirkt werden. Der Europäische Gerichtshof hat nunmehr mit Urteil vom 4. Mai 2017 (Rechtssache C – 33/16) die steuerfreien Umsätze in der Seeschifffahrt auf Be- und Entladedienstleistungen sowie auf Dienstleistungen auf einer vorausgehenden Handelsstufe erweitert.

Die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes wurde von der deutschen Finanzverwaltung im Rahmen eines Anwendungsschreibens zur Umsatzsteuer vom 6. Oktober 2017 umgesetzt. Demnach ergeben sich im Umsatzsteueranwendungserlass zwei wesentliche Änderungen:

  • Zukünftig wird die Steuerbefreiung auch auf Umsätze auf vorhergehenden Handelsstufen angewendet, wenn im Zeitpunkt der Lieferung oder sonstigen Leistung die endgültige Verwendung für den Bedarf eines Seeschiffes feststeht und nicht erst durch besondere Kontroll- und Überwachungsmechanismen nachvollziehbar ist.
  • Steuerfrei sind auch Dienstleistungen im Bereich des Be- und Entladens eines Seeschiffes, selbst wenn sie auf einer vorhergehenden Stufe erbracht werden, wie etwa eine von einem Unterauftragnehmer an einen Auftraggeber erbrachte Be- oder Entladeleistung, die dieser dann einem Speditions- oder Transportunternehmen weiterberechnet. Auch können Be- und Entladedienstleistungen steuerfrei sein, die an den Verfügungsberechtigten der Schiffsladung, etwa deren Ausführer oder Einführer, erbracht werden.


Folglich sollten zukünftig auch Umsätze, die durch von Reedern beauftragte Agenten bzw. Schiffsmakler ausgeführt werden, unter die Steuerbefreiung fallen.

Die Steuerbefreiung gilt für alle noch offenen Fälle. Für bis zum 31. Dezember 2017 erbrachte Umsätze wird es, auch für Zwecke des Vorsteuerabzugs des Leistungsempfängers, nicht beanstandet, wenn die bisherigen Regelungen angewendet werden.

Für weitere Informationen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.


Changes in German VAT regulations for the shipping industry

Supplies and other services for maritime shipping, which are effected in Germany, are mostly exempt from VAT (sec. 4 no. 2, sec. 8 German VAT-Laws, sec. 8.1 VAT regulation). These are, in particular, the following significant transactions for merchant shipping:

  • supplies, conversions, repairs, maintenance, chartering and leasing of sea-going vessels intended for maritime transport
  • supplies, repairs, maintenance and leasing of items intended for the equipment of sea-going vessels
  • other services intended for the immediate needs of sea-going vessels, including their equipment and their cargo


According to the (former) view of the tax authorities, the tax exemption for maritime transport was dependent on whether the supplies and services were made directly to the operators of a ship. The European Court of Justice has now, by judgment of 4 May 2017 (Case C-33/16), extended tax-free maritime transport transactions to loading and unloading services and to services at a preceding stage of trade.

The case law of the European Court of Justice was implemented by the German tax authorities as part of a VAT regulations by a letter dated 6 October 2017. Accordingly, there are two major changes in the VAT-regulations:

  • In the future, the tax exemption will also be applied to transactions at preceding levels of trade if, at the time of delivery or other performance, the final use for the needs of a ship is established and need not be tracked by special control and monitoring mechanisms.
  • Also, services in the area of ​​loading and unloading of a ship are VAT-free, even if they are provided at a preceding stage, such as a loading or unloading service provided by a subcontractor to a contractor, which then forwards it to a forwarding or transport company. Also, loading and unloading services provided to the persons entitled to dispose of the cargo (such as its exporter or importer) may be VAT-exempt.


Consequently, in the future, supplies and services carried out by ship agents or brokers based on orders by ship managers should also be subject to the exemption.

The tax exemption will apply to all open cases. Revenues generated up to 31 December 2017 will not be objected to, even for the purposes of deducting input tax for the recipient of the service, if the old  (i.e. previously existing) rules are applied.

For further information we are pleased to be at your disposal.

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